Vorwort:

Axel Hacke ist mir vor allem im Kopf verankert wegen seines Buches "Der weiße Neger Wumbaba"
Vielen in dem "Buch des Verhörens" kann ich nachvollziehen, da es mir manchmal ähnlich erging.

Zu meinem Verhören kommt dann noch hinzu, dass ich das Gehörte auch noch 1:1 übersetze,
das bedeutet, dass ich den Sinn manchmal bewusst ignoriere.

Ein Beipiel dazu aus den 80er-Jahren, da war ich etwa 35 Jahre jung:
Bei mir zuhause in Püchersreuth war ein Paar an einem warmen Frühlingstag zu Besuch. Der Mann, etwas fülliger, hatte Moonboots an, diese extrem gut isolierenden Winterstiefel. Um seine Fülligkeit abzusichern schlug er vor, zum Essen zu gehen. (in eine Pizzeria nach Neustadt an der Waldnaab in 12 km Entfernung)
Dem stimmt ich sofort zu, d.h., ich bestätigte ihm, dass wir zum Essen "gehen". Ich stand auf und sagte "o.k., dann gehen wir" und forderte alle Anwesenden 6 Personen auf nach Neustadt a. d. Waldnaab zu gehen. Der etwas fülligere Mann mit den Moonboots sah, dass alle anderen damit einverstanden waren zu Fuß zu gehen und ergab sich seinem Schicksal. Um die Geschichte hier nicht auszuweiten, da es mir hier vorrangig um Axel Hacke geht: Nach den 2 x 12 km (hin und zurück), da "schwamm" der Mann regelrecht in seinen Moonboots.

Auslagerung des Denkens:

Auslagerung des Denkens von Axel Hacke

Süddeutsche Zeitung-Magazin aus Heft 46/2015

Was wird aus dem menschlichen Hirn, wenn wir immer mehr Denkvorgänge auf das Handy auslagern?
Axel Hacke hat sich über zukünftige Technologien Gedanken gemacht.

Wer hätte je gedacht, dass aus dem, was wir einst »Telefon« nannten und im Flur oder auf dem Schreibtisch platzierten und was wir später »Mobiltelefon« tauften und in der Hand-, Hosen- oder Jackentasche transportierten, dass daraus also ein Zweithirn werden würde, ein Extra-Gedächtnis zumindest, auf das wir in jedem Gespräch zurückgreifen können?! Wie hieß noch mal der Bassist von U2? (Adam Clayton, ruft das Smartphone.) Wann bekam Churchill den Nobelpreis? (1953) Wie war der Name des Dortmunder Fußballers, den sie »Aki« riefen und der bei der WM 1958 Kapitän der Nationalelf war? (Schmidt, genau!, Alfred Schmidt.)

Und wer hätte, zweitens nun, je geglaubt, dass auch dies nur ein Anfang wäre! Auf der Internetseite des Wissenschaftsmagazins Nautilus las ich einen Aufsatz des New Yorker Autors James Somers, der eine nahe Zukunft ausmalt, in der die um uns herum anwesenden Geräte jedes Gespräch aufzeichnen und archivieren, ein andauerndes Lebensprotokoll, das man als weiteres ausgelagertes Hirn benutzen kann. »Unglaubliche Dinge werden möglich«, schreibt Somers, denn wo etwas archiviert sei, könne man auch darin suchen: »Zeig mir alle Unterhaltungen mit Michael vor dem Januar letzten Jahres ... Was war die Adresse des Restaurants, das Mama mir empfohlen hat? ... Wann habe ich zum ersten Mal Robs jetzige Frau erwähnt? ... Wer war noch mal bei diesem Meeting anwesend?«

In der letzten Ausbaustufe bedeutet das: Man muss sich, erstens, gar nichts mehr merken. Und man muss, zweitens, auch nicht mehr zuhören.

»O, Mann, seit zwanzig Minuten rede ich auf dich ein, und du bist total abwesend!«

»Schatz, das macht doch nichts, red einfach weiter, ich höre mir später die zentralen Stellen an. Jetzt läuft hier gerade Fußball im Liveticker.«

Woran erinnert das noch mal?

Richtig: An die Leute, die auf Reisen immerzu fotografieren, um sich später daheim anzuschauen, wo sie waren.

Der Mensch verschwindet, wenn das alles so weitergeht, aus dem Jetzt, er lebt immerzu irgendwo anders, selten dort, wo er gerade ist. In der britischen Science-Fiction-Serie Black Mirror, schreibt Somers, sieht man ein Paar beim leidenschaftlichen Sex. Bei näherer Betrachtung ist zu erkennen: Beide sehen auf ihren, den Augen implantierten Bildschirmen eine Wiederholung von etwas längst Geschehenem. Immerhin: Einmal haben sie’s geschafft!

Das ist natürlich sehr bequem. Wenn alle solche kleinen Augen-Screens tragen oder wenigstens eine Google-Brille, dann muss sich keiner mehr mit einem miserablen Namensgedächtnis plagen. Kaum steht jemand vor dir, wird in deinem Auge eine Schrift erscheinen: »Das ist Heinz! Er ist Ovo-Lacto-Vegetarier, du kennst ihn von einer Party 2012 bei Anja und hast ihm damals den Witz von den drei Affen auf der einsamen Insel erzählt. Er hat höflich gelacht und ihn sich auch nicht gemerkt.« Oder wird das gar nicht mehr erscheinen, sondern direkt ins Hirn gespeist? Wird man also etwas wissen, ohne es zu wissen, sondern es nur wissen, weil der Computer es weiß?

Aber was passiert mit den Hirnarealen, in denen man sein Wissen lagerte? Was wird aus dem Gedächtnis? Kann man es vermieten? Könnte ich zum Beispiel mein Erinnerungsvermögen an Volkswagen verpachten, das dort ein paar geheime Details über illegale Abgasvermeidungsstrategien speichert? Oder an den DFB, der in einem verwickelten, den Steuerbehörden schwer zugänglichen Teil meines Kopfes eine Schatzkarte ablegt, mit den Geheimwegen zu 6,7 Millionen Euro?

Fest steht, dass graue Zellen, die nicht arbeiten, verkümmern. (Man sieht das jeden Montag in Dresden.) Das ist wie mit Muskeln, die keiner trainiert. Und weil es für die Muskeln, die man nicht braucht, aber dennoch nicht verlieren möchte, Fitnesscenter gibt, werden wir wohl bald im Braincenter oder im Memoryclub sitzen und einfachste Übungen für ein Hirn machen, das wir nicht verloren hätten, wenn die Menschheit nicht ununterbrochen geniale Geräte erfinden würde.
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Eine Kommentar wird es noch von mir geben.

Allgemein fällt mir zu den Gedanken von Axel Hacke ein, dass es hier um Bewusstsein geht, oder um "sich bewusst werden".
Zu einem anderen Gedanken von Axel Hacke über "Anstand" in DIE ZEIT vom 24.08.2017 schrieb ich ihm - das erste Mal - eine etwas längere Mail am 03.09.2017 und bot mich an - mir Arbeit zu machen - ihm diese, sein Gedanken zum Anstand zu kommentieren.

Am 11.09.2017 erhielt ich eine Antwort von ihm und er entschuldigte sich für die etwas spätere Beantwortung wegen Urlaubs

Wortwörtlich zum Schluss von ihm an mich: "Leider habe ich hier gerade einen Riesenberg an Post zu bearbeiten, deshalb vielleicht ein anderes Mal mehr."

Dazu ein Kommentar am 23.09.2017: Im Zusammenhang mit der "Auslagerung des Denkens von Axel Hacke" stellte ich fest, dass es schon mal poitiv für mich war, dass ich von Axel Hacke eine Antwort bekam - und auch noch mit vielen Worten. Auf Grund seiner Antwort stellte ich fest, dass Axel Hacke mein Angebot a. nicht verstand, oder b. es überlesen hatte, oder c. gar nicht gelesen hatte, oder d. ich nur eine Standardantwort (Kopie) bekam. Scheinbar hat Axel Hacke sein Denken auch ausgelagert. Dies erscheint nachvollziehbar bei solch einem Riesenberg an Post und auch sonstwie. Das ist auch kein Vorwurf an Axel Hacke, es soll nur ein Beispiel sein, wie wenig wir gemeinen (einfachen) Bürger beachtet und gehört werden. Siehe dazu meinen öffentlichen Brief - als CSU-Mitglied - an Horst Seehofer in "Betrug und Selbstbetrug", wo ich keine Antwort bekam - meine Hinweise aber wegen seines dümmlichen Verhaltens gegenüber Angela Merkel - dann 1/4 Jahr später - fruchteten.
Was will ich sagen: Trotz der Behauptung von Horts Seehofer - auf einem Titelbild einer Zeitschrift - zuhören zu wollen, zugehört hatte er nicht, zugehört hatte auch Axel Hacke nicht.

Deshalb heute am 23.09.2017, einen Tag vor der Bundestagswahl, meine Botschaft:
Gehört werden wir - das Volk - von den Politikern, von den Journalisten, von den Intellektuellen nicht.
Lese dazu in Fake News (DI) zum Artikel von Sebastian Herrmann vom 22.09.2017 "Der Unsinn im Kopf" seine neuesten Infomationen aus der Wissenschaft, wie diese Fake News, wie diese Lügen, sich in den Gehirnen festsetzen und kaum zu entfernen sind, wenn sie der Erwartungshaltung der Menschen entsprechen.
Zum Abschluss lese bitte noch meinen "Aufruf an die Intellektuellen" in DI und bringe das mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Fake News = Lügen zusammen.

Über einen Kommentar - auch eines Intellektuellen - an ulrichhrose@web.de würde ich mich sehr freuen.

So, wie Wähler die Politiker bekommen

So, wie Wähler die Politiker bekommen ... So, wie Wähler die Politiker bekommen, die sie verdienen, so reflektierenen die Internetnutzer diejenigen Themen, die ihrem geistiges Niveau entsprechen. Spruch von Ulrich H. Rose vom 20.05.2016

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